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Die von den einzelnen Autoren veröffentlichten Texte geben ausschließlich deren Meinung wieder und nicht die der bearbeitenden Redaktionen und Veröffentlichungsplattformen

 

Autor: Simon Jacob
Ort: München, Deutschland
Kategorie: Artikel
Rubrik: Frauenrechte, Wirtschaft
Datum: 10.07.2019
Portal: www.council-of-athena.com
Textdauer: ca. 5 Min.
Sprache: Deutsch
Titel: „Schluss mit Gender-Wahn Aber bitte auch: Schluss mit der Benachteiligung am Berufsleben“

 

„Schluss mit Gender-Wahn – Aber bitte auch: Schluss mit der Benachteiligung am Berufsleben“

 

Die Montagsgesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein, gegründet von mittelständischen Unternehmern, der sich dem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern widmet. Im Hauptfokus stehen dabei Veranstaltungen, die in den großen Metropolen Deutschlands, wie z.B. München und Frankfurt, eben zum Gespräch einladen. Zu den Gästen zählen Teilnehmer aus Politik, Medien, Bildung, Gesellschaft oder auch Kirchen. Prominente Teilnehmer waren bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel oder auch der Moderator und deutsch–französische Jurist Michel Friedmann. Unter der Webadresse www.montagsgesellschaft.de sind weitere Informationen zu finden.

 

In meiner Funktion als Unternehmer und Journalist wurde ich zur letzten Montagveranstaltung mit dem Titel: „Schluss mit Gender-Wahn  Aber bitte auch: Schluss mit der Benachteiligung am Berufsleben“, die am 10. Juli in München stattfand, eingeladen. Das Thema hätte aktueller nicht sein können: ist doch direkt vor dem Erstellen des Artikels die Entscheidung gefallen, dass mit Ursula von der Leyen erstmals eine Frau neuer Kommissionspräsident der EU wird. Dies ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen hätte bis vor kurzem keiner damit gerechnet, zum anderen befindet sich nun eine mehrfache Mutter an der Spitze des wichtigsten Amtes der EU, die vor gewaltigen Herausforderungen steht, und die die Nachfolge einer anderen Frau antreten kann, die als die mächtigste Frau des Planeten gilt. Damit ist die deutsche Kanzlerin gemeint.

 

In diesem Zusammenhang war es sinnvoll und richtig fünf Unternehmerinnen zu einer Debatte einzuladen, deren Themen so manch einem Mann Angst einflößen, aber nun einmal Realität geworden sind. Und das ist gut so. Ob die verschiedenen Themen nun berechtigt sind oder auch nicht, spielt zunächst einmal keine Rolle. Wichtiger ist, dass über die Rolle der Frau, und Frauen machen nun einmal 50 % unserer Gesellschaft aus, auf allen Ebenen debattiert wird.

 

Ob nun eine Frauenquote auf Vorstandsebene erforderlich ist, Frauen mehr naturwissenschaftliche Studiengänge absolvieren oder Väter während der Elternzeit mehr in die Pflicht genommen werden sollten, kann, sollte und wurde kontrovers diskutiert. Ein besonderes Thema, welches auch für mich als Journalist, der in mehreren Sprachen beheimatet ist, von Belang ist, ist die zunehmend feminine Ausdrucksweise im Deutschen, wie sie in anderen Sprachen, zumindest in denen, die ich beherrsche, nicht existiert. Manchmal habe ich das Gefühl, dass gerade die Feminisierung aller Aufgaben, und sei es nur die Berichterstattung, zu überspitzt verweiblicht wird. Als Krönung dieser Entwicklung musste ich mich bei einem Vortrag über die Sexsklavinnen des IS dafür kritisieren lassen, dass ich, in Syrien an der Kriegsfront, als Mann, eine befreite Sexsklavin interviewt habe, wo doch eine Frau das hätte besser machen können. Was natürlich absoluter Unsinn ist, wie mir auch alle Diskutantinnen bestätigten. Dennoch verwirrt eine solch starke Genderisierung der deutschen Sprache gerade „Männer“ wie mich, die sich mit Eifer für mehr Gleichberechtigung einsetzen. Denn manchmal erscheint mir der deutsche Diskurs zu dieser Thematik, verglichen mit anderen Ländern und Regionen, als deutschspezifische und überspitzte Entwicklung.

 

Was nun das Hauptthema anging, nämlich die feminine Ausdrucksweise in der deutschen Sprache, war das Verhältnis gespalten. Drei der Diskutantinnen waren der Überzeugung, dass zum Beispiel ein weiblicher „Hauptmann“ bei  der Bundeswehr auch „Hauptmann“ bleiben sollte. Die übrigen Diskutantinnen betrachteten das naturgemäß anders und argumentierten, durchaus berechtigt, mit der Sensibilisierung für das Thema.

 

Unabhängig davon wie die Debatte ausgegangen ist kann man dennoch sagen, dass, die sehr gut besuchte Location betrachtend, am Ende „Frau“ und „Mann“ von solch einer offenen Debatte profitiert haben.

 

Und das ist gut so.

 

Gerade im Zusammenhang mit meinen weiteren Aktivitäten als Journalist, die mich in ein paar Tagen dahin bringen, wo sich ebenfalls weibliche Strukturen gebildet haben, mit der Zielsetzung, die Gestaltung des Militärs, der Politik und der Gesellschaft weiblicher zu machen.

 

Nordsyrien!

 

Es diskutierten:

 

Dr. Barbara Kolm, Vizepräsidentin des Generalrates, Österreichische Nationalbank, sowie Mitglied des Aufsichtsrats, ÖBB-Holding AG und VIG-Wiener Städtische Versicherungsverein AG

Rosmarie Steininger, Gründerin und Geschäftsführerin, Chemistree GmbH sowie Initiatorin von female.vision

Daniela Perzlmaier, Gründerin, WOMEN’S HUB UG (haftungsbeschränkt)

Dörte Kaschdailis, Managing Partner, opexxia GmbH

Birgit Baier, freiberufliche Unternehmensberaterin, Senior Adviser, enable2grow GmbH, sowie Gründerin, bbuildsupnepal e.V.

 

Simon Jacob

Augsburg, den 16.07.2019